Urlaubsplanung bei Hauterkrankung und Allergie

Gehören Sonne, Meer und Strand zu ihren Urlaubsträumen? Oder möchten Sie doch lieber in kühleren Klimazonen die freie Zeit genießen? Bei Hautkrankheiten gibt oft die Erkrankung vor, welche Region der Haut guttut und damit auch der Erholung dient.
Bei der Urlaubsplanung gilt es, die Interessen von Familie oder Freunden mit dem Urlaubsbudget und der richtigen Reisezeit unter einen Hut zu bringen. Menschen mit einer Hauterkrankung wie Schuppenflechte, Akne, Rosazea oder Neurodermitis müssen noch der Tatsache gerecht werden, dass nicht jedes Urlaubsziel auch der Haut guttut. Denn schließlich ist Urlaub auch ein Stück Lebensqualität und Entspannung und Stressabbau tun bei jeder Hauterkrankung gut.

Sonne und Salz bekommen der Schuppenflechte

Wer unter einer Schuppenflechte leidet, für den ist das bevorzugte Reiseziel in den meisten Fällen klar, denn Salzwasser in Kombination mit Sonne bessern die Hauterkrankung fast immer. Allerdings gilt es, vernünftig mit der Sonne umzugehen. Da die Schuppenflechte eine chronische Hauterkrankung ist, neigt sie dazu, regelmäßig wieder aufzuflammen. Auch in heimischen Gefilden zählt die UV-Therapie zu den bevorzugten Therapieoptionen, weshalb die Haut der meisten Psoriasispatienten im Laufe des Lebens bereits sehr viel Sonnenlicht abbekommen hat.

Urlaubsvorbereitung wichtig

Um im Urlaub mit niedrigeren Lichtmengen gute Erfolge zu erzielen, ist es sinnvoll, bereits zu Hause die Haut auf den Urlaub vorzubereiten. Dazu gehört auch, die Schuppen möglichst gut zu entfernen, damit die Sonne am Urlaubsort die Psoriasisplaques gut erreichen kann. Meist ist dazu bereits vor der Abreise eine konsequente Anwendung Hornhaut lösender Pflegeprodukte über ein bis zwei Wochen notwendig. Geeignete Zusätze sind Harnstoff (Urea) oder Salicylsäure. Während sich Urea auch für die großflächige Anwendung eignet, sollte Salicylsäure nur punktuell zum Beispiel an den Knien und Ellenbogen oder an besonders hartnäckigen Plaques angewendet werden.

Mit einem weichen Mikrofasertuch lassen sich die Schuppen zusätzlich sanft, aber wirkungsvoll entfernen. Auch im Urlaub ist weiterhin auf eine sorgfältige Hautpflege zu achten, um die Wirkung von Sonne und Salzwasser zu unterstützen.

Vorsicht bei landestypischen Gerichten

Bei der landestypischen Ernährung sollten Psoriasisbetroffene scharfe Gewürze wie Paprika, Chili, Pfeffer oder Curry meiden, denn diese können die Schuppenflechte verschlimmern. Auch dem Alkohol sollte man in der entspannten Urlaubsstimmung nur in Maßen zusprechen, denn er kann einen Psoriasisschub auslösen. Oft spricht dann die Haut auch auf Sonne, Salzwasser und Hautpflege schlechter an.

Mit Rosazea besser in kühlere Regionen

Ganz anders sieht die Urlaubsplanung bei Rosazea aus. Alles, was die Durchblutung anregt, bekommt der Haut bei Rosazea gar nicht gut. Sonne ist der stärkste Auslöser für einen Schub oder eine Verschlechterung der Rosazea. Allerdings können neben Hitze und UV-Strahlung auch große Kälte und starke Temperaturschwankungen zu neuen Pusteln und Rötungen führen. Geeignet sind deshalb vor allem Urlaubsziele in nördlicheren Gefilden mit gemäßigtem Klima.

Doch auch hier scheint im Sommer natürlich die Sonne, wenn auch mit weniger starker Intensität als In Äquatornähe. Trockene Luft wird oft besser vertragen als ein schwül-warmes, feuchtes Klima.  Daneben scheint aber auch Meerwasser häufig den Hautzustand zu verbessern. Da natürlich niemand den Urlaub im Schatten verbringen möchte, ist die Wahl einer geeigneten Sonnencreme notwendig. Die meisten Lichtschutzpräparate sind für die Rosazea-Haut zu fetthaltig. Besser geeignet sind Gele oder Fluids mit einem Lichtschutzfaktor von 50.

Ausreichend Sonnenschutz mitnehmen

Nehmen sie ausreichende Mengen eines Sonnenschutzpräparates, das sie bereits zu Hause auf Verträglichkeit getestet haben, mit in den Urlaub, denn möglicherweise gibt es dieses nicht am Urlaubsort. Wert sollten Sie auch auf textilen Sonnenschutz in Form einer Baseballkappe oder eines Strohhutes legen. Ähnlich wie bei Proriasis sollte man auch bei Rosazea auf scharfe Gerichte verzichten. Allerdings findet man in der sudamerikanischen und asiatischen Küche Gewürze wie Curry, Ingwer oder Chili traditionell in fast allen Gerichten. Sie zu meiden ist vor Ort dann nicht immer einfach.

Vor dem Essen sollten sehr heiße Speisen und Getränke etwas abkühlen, denn auch sie regen die Durchblutung an und können die Hauterkrankung verschlechtern. Einige Medikamente, die bei Rosazea eingenommen werden (zum Beispiel Antibiotika) erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut. Vor Reiseantritt sollte deshalb der Arzt befragt werden, ob das bei den verwendeten Medikamenten der Fall ist und ob diese evtl. umgesetzt werden können.

Neurodermitishaut ist sehr sensibel

Sonne und Wasser bekommen bei Neurodermitis in vielen Fällen sehr gut. Sonnenlicht führt oft zu einer Verbesserung der Hautsymptomatik. Jedoch kann bei einigen wenigen Betroffenen eine UV -Empfindlichkeit vorliegen. In diesem Fall wirkt Sonnenlicht nicht heilend, sondern kann zu einer Verschlechterung des Hautzustandes führen.

Die Haut ist bei Neurodermitis bei weitem nicht so robust wie die Haut bei Schuppenflechte. Salzwasser wirkt auch hier desinfizierend und heilend, kann aber sehr stark brennen, vor allem, wenn die Haut aufgekratzt ist. Kleine Kinder wollen dann häufig gar nicht ins Meer gehen. Bei zahlreichen offenen Hautstellen empfiehlt sich deshalb Urlaub an einem Meer mit geringerem Salzgehalt. Der Salzgehalt der Ostsee ist mit 0,2 bis 2 Prozent deutlich niedriger als der Salzanteil der Nordsee mit 3,5 Prozent oder des Mittelmeers mit 3,6 bis 3,9 Prozent.

Totes Meer Salz

Das für seine heilende Wirkung bei Hauterkrankung bekannte Tote Meer weist einen Salzgehalt von 28 Prozent auf. Bei Schuppenflechte wird dieser Salzgehalt meist gut vertragen, Menschen mit Neurodermitis können hingegen Probleme bekommen. Wer Salzwasser hingegen verträgt, sollte es auch nutzen. Manchmal bekommt es der haut besser, nach dem Baden das Salz mit klarem Wasser abzuspülen und nicht auf der Haut zu belassen.

Allergien berücksichtigen

Eine Neurodermitis geht häufig auch mit Allergien einher und auch die gilt es bei der Urlaubsplanung zu berücksichtigen. Nahrungsmittel, Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder Blütenpollen können die Hauterkrankung verschlechtern und auch durch Heuschnupfen oder allergischem Asthma die Erholung rauben. Zuhause haben die meisten Menschen mit Allergien entsprechende Vorkehrungen getroffen, um mit ihrer Allergie leben zu können. Schwierig wird es aber im Urlaub und auf Geschäftsreisen. Denn obwohl die Zahl der Betroffenen in die Millionen geht, stellen sich bislang nur wenige Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen auf diesen Kundenkreis ein.

Unterkünfte für Allergiker

Erfüllt die Unterkunft nicht bestimmte Bedingungen, wird der Aufenthalt für die Betroffenen zur Qual. Auch wenn man Allergien oft mit Frühling und Sommer in Verbindung bringt, stellen Hausstaub in der Zimmerecke, Milbenkot in der Matratze oder Tierhaare, die Hundebesitzer mit ihren Lieblingen im Zimmer zurückgelassen haben, das ganze Jahr über eine Gesundheitsgefahr für Allergiker dar. Internetportale wie beispielsweise AllergieundReisen können Betroffenen bei der Urlaubsplanung helfen.

Hausstaubmilben können zum Problem werden

Bei Hausstaubmilbenallergie sind Urlaubsdomizile ideal, die im Gebirge über 1500 m liegen. Hier ist die Luftfeuchtigkeit geringer, die Temperatur niedriger und somit sind die Lebensbedingungen für Milben schlechter. Doch auch im Flachland kann der Hausstaubmilbenallergiker erholsame Ferien verbringen. Hier ist nicht unbedingt die Wahl des Urlaubsziels, sondern vielmehr die Wahl einer geeigneten Unterkunft wichtig. Hausstaubmilben befinden sich bevorzugt in Teppichböden, schweren Gardinen, Bettdecken und Matratzen. In Allergikerzimmer sollten die Böden wischbar und die  Betten sind mit spezieller allergikergerechter Wäsche ausgestattet sein. Auf Plüschsofas, schwere Vorhänge, dicke Kissen und andere Staubfänger wird meistens bewusst verzichtet.

Vor den Pollen fliehen

Bei Pollenallergien empfiehlt es sich, das Urlaubsziel mit dem Pollenflugkalender abzustimmen. Wer seinen Urlaub zeitlich frei planen kann, sollte nach Möglichkeit versuchen, in der Hauptblütezeit „seines“ Allergens Urlaub in einem pollenarmen Gebiet, zum Beispiel an der See (Mittelmeer, Mallorca, Nordsee) oder im Hochgebirge (z. B. Alpenregionen über 2000 m) zu machen. Oft verläuft dann die restliche Allergiephase wesentlich milder.

Die Hauptblütezeit der meisten Bäume und Gräser liegt im südlichen Europa bereits im Frühjahr. Im Sommer können Gräserallergiker hier mit Beschwerdefreiheit rechnen. Birkenpollen sind in Mittelmeerraum und auf den kanarischen Inseln so gut wie nicht nachweisbar, treten in Skandinavien hingegen oft in hohen Konzentrationen auf.

Urlaub in Küstengebieten

Ideal sind auch die deutschen, holländischen und dänischen Küstengebiete, vor allem, wenn der Wind überwiegend vom Meer landeinwärts weht. Relativ pollenarme Gegenden in Europa sind vor allem die Nordsee (weniger die Ostsee), die portugiesische, spanische und französische Atlantikküste. Helgoland gilt als pollenfrei und auch auf den Nordseeinseln ist man vor Pollen relativ sicher.

Bei Reisen in Länder südlich des Äquators sind die Jahreszeiten und damit die Blütezeiten um ein halbes Jahr verschoben. Informationen über die europaweite Pollensaison erteilt die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst.

Urlaub im Hochgebirge

Die Belastung mit Pollen und Hausstaubmilben ist ebenso im Hochgebirge über 1500 Metern geringer, die Gräserblüte dauert hier meist nur zwei Wochen, kann dann jedoch sehr intensiv sein. Ausnahme: Im Mai sollten Erlenpolenallergiker den Alpenraum meiden, denn dann ist die Belastung hier recht hoch. Oberhalb von 2000 Metern kann ab Juli mit Pollenfreiheit gerechnet werden.

Wenn Sie mit dem Auto anreisen, sollte die Lüftungsanlage ihres Fahrzeugs mit einem Pollenfilter ausgerüstet sein, der regelmäßig gewechselt werden muss.

Das ist zu beachten, wenn man aufgrund der Hauterkrankung oder Allergie Medikamente einnehmen muss

Alle Medikamente, die regelmäßig eingenommen oder für den Notfall vorgesehen sind, gehören nicht in den Koffer, sondern in eine gut und schnell erreichbare Tasche bzw. ins Handgepäck. Manche Medikamente gegen Allergien setzen die Aufmerksamkeit und Fahrtauglichkeit herab. Gerade das Autofahren im Ausland erfordert aber oft mehr Konzentration und Aufmerksamkeit als in „heimischen Gefilden“. Eine hochdosierte Kortisontherapie kann den Impferfolg einer Reiseimpfung beeinträchtigen.

Wie finde ich ein Hotel, das sich auf die Bedürfnisse Betroffener eingestellt hat?

Ganz allmählich findet in der Tourismusindustrie ein Umdenken statt. Der „allergische Gast“ wird zum Thema in europäischen Hotels. Kein Wunder, denn bei einer so weitverbreiteten und noch dazu chronischen Erkrankung wie der Allergie kann es durchaus auch lukrativ sein, sich auf diesen neuen, in die Millionen gehenden Kundenkreis einzustellen. Bisher sind allerdings nur sehr wenige Hotels dafür bekannt, dass sie sich auf die Belange von Menschen mit Allergien einstellen. Spezielle Unterkünfte in Deutschland sind vor allem in Bayern, an der Nord- und Ostsee bekannt. In Österreich und in der Schweiz kann sich das Hochgebirgsklima positiv auf die Symptome auswirken. Rund ums Mittelmeer sind Sonne, Salzwasser und die abweichenden Blühzeiten allergener Pflanzen heilsam.