Serum, Fluid, Lotion? Wissen macht schön!

Mit Tages- und Nachtcreme wissen die meisten noch etwas anzufangen. Doch wofür ist eigentlich ein Serum gut? Wie wende ich Ampullen an? Und was, um Himmels Willen, unterscheidet eine Creme von einem Fluid? Wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, sollte nicht nur auf die Inhaltsstoffe schauen, sondern auch die Konsistenz der Pflege beachten.
Beim Blick in das gut sortierte Pflegesortiment von Drogeriemärkten, Internetshops oder Apotheken kann man schon ins Grübeln kommen. Nicht immer erschließt sich sofort, was unsere Haut jetzt braucht.

Eigener Hauttyp

Wichtig für die richtige Auswahl ist zunächst einmal den eigenen Hauttyp zu kennen. Feuchtigkeits- und fettarme Haut hat andere Bedürfnisse als Mischhaut oder der fettige, seborrhoische Typ. In der Apotheke berät man sie dazu gerne. Mit einem einfachen Test lässt sich der individuelle Hauttyp bestimmen (siehe Hauttypentest)

Je trockener und fettärmer die Haut, desto höher darf der Lipidanteil (=Fettanteil) der Pflege sein. Auch Feuchthaltefaktoren („natural moisturizing factors“, NMFs) wie Dexpanthenol, Glycerin, Urea, Lactat, Hyaluronsäure oder verschiedene Aminosäuren tun diesem Hauttyp gut. Fettige Haut hingegen kommt mit allzu reichhaltigen Produkten nur schlecht zurecht. Hier sind Inhaltsstoffe wie Tonerde, die überschüssiges Fett binden, Fruchtsäuren für ein sanftes Peeling oder Zink mit entzündungshemmender Wirkung gefragt. Die reife Haut hingegen benötigt ein Plus an Nährstoffen und eventuelle einen pflanzlichen Hormonersatz, der das Bindegewebe straff hält.

Zwei wichtige Unterscheidungskriterien zwischen den einzelnen Pflegeprodukten sind  der Lipidanteil (=Fettgehalt) sowie die Konzentration der enthaltenen Wirkstoffe.

Gele bei Unreinheiten und Rosazea

Ein Gel ist in der Regel fettfrei und weist einen sehr hohen Wassergehalt auf. Durch die Verdunstung der Feuchtigkeit kühlt es die Haut nach dem Auftragen. Gele eignen sich hervorragend bei entzündeter Haut. Antihistaminika gegen Mückenstiche oder entzündungshemmende Wirkstoffe gegen Zerrungen und Prellungen werden gerne in Gele verpackt, um zusätzlich von der kühlenden Wirkung zu profitieren. Bei fettiger Haut lassen Gele keine Pickel sprießen. Deshalb sind sie eine gute Grundlage für Wirkstoffe gegen Hautunreinheiten. Ideal sind auch Sonnenschutzgele bei Neigung zu „Mallorca-Akne“, denn sie sind frei von Emulgatoren und bei Rosazea.

Serum – hochkonzentrierte Pflege

Seren sind die neuen Stars am Beautyhimmel. Sie sind oft sehr wasserhaltig. Dadurch eigenen sie sich gut für die Einarbeitung von wasserlöslichen Inhaltsstoffen wie Vitamin C oder Hyaluronsäure. Meist reichen wenige Tropfen aus, um die Haut mit Pflegestoffen zu versorgen. Die Wirkstoffkonzentration in Seren ist häufig um ein Vielfaches höher, als in Tages- oder Nachtcremes.  Sie stellen deshalb eine perfekte Ergänzung zur täglichen Hautpflege dar. Als alleinige Pflege sind sie jedoch nur geeignet, wenn die Haut selber sehr viel Fett produziert. Bei trockener oder Mischhaut ist ein Serum nicht reichhaltig genug und können die pflegende Creme nicht ersetzen. Prinzipiell verfolgen Cremes und Seren unterschiedliche Ziele.

Ergänzende Pflege

Während eine Creme Feuchtigkeit und Lipide liefert, ist ein Serum eher als ergänzende Pflege zu sehen, mit denen man der Haut zusätzlich etwas Gutes tun kann. Ein Serum sollte als erster Pflegeschritt nach der Reinigung auf das Gesicht, Hals und Dekolleté aufgetragen werden. Man kann sie prinzipiell täglich anwenden. Manchmal reicht auch eine 4 Wochen Kur, wenn die Haut zum Beispiel im Sommerurlaub sehr beansprucht wurde. Anschließend wird wie gewohnt die Tages- oder Nachtpflege aufgetragen. Seren mit Hyaluronsäure versorgen die Haut mit einer Extraportion Feuchtigkeit, sekundäre Pflanzenstoffe schützen vor freien Radikalen, Retinol und Peptide signalisieren den Hautzellen, den Regenerationsprozess in Gang zu setzen und neues Kollagen zu bilden.

Fluid, Lotionen, Creme – der Wassergehalt macht den Unterschied

Fluide, Lotionen und Cremes sind Emulsionen, d. h. sie sind immer eine Mischungen aus Wasser und Ölen. Die unterschiedliche Konsistenz entsteht durch das Mischverhältnis der beiden Hauptbestandteile. Feuchtigkeitsfluids oder Lotionen haben im Unterschied zu einer Feuchtigkeitscreme eine flüssigere Konsistenz und enthalten weniger Fette und Öle. Deshalb fühlen sie sich auf der Haut leichter an. Beide sind optimal für fettigere Haut. Auch als Bodylotion oder After Sun sind sie bestens geeignet, denn sie ziehen schnell ein und kühlen die Haut. Je wasserhaltiger eine Creme ist, desto geringer ist die Haltbarkeit. Vor allem, wenn man den Inhalt mit den Fingern statt mit einem Spatel aus dem Tiegel entnimmt, kann die Creme schnell zu einer Brutstätte für Keime werden. Tuben sind hingegen weniger anfällig für Mikroben.

Cremes

Die meisten Cremes sind gehaltvoller, doch auch bei Cremes kann sich der Lipidgehalt unterscheiden. Bestes Beispiel sind die Tages- und Nachtpflege. Die Creme für den Tag enthält dabei weniger Lipide, aber mehr Wasser. Nachts benötigt die Haut ein Plus an Pflege und es macht nichts, wenn sie vorübergehend fettig glänzt. Vor allem trockene Haut lässt  sich nachts gerne mit einem Mix aus Ölen und Feuchthaltefaktoren verwöhnen. Wenn die Creme dann noch Ceramide, Phospholipide und Triglyceride enthält, tut das der Haut besonders gut, denn diese hautverwandten Lipide sind wesentliche Bestandteile der schützenden Hautbarriere und können bei trockener Haut einen Mangel an Barriere-Lipiden ausgleichen.

Gesichtsöle – Extraportion Pflege bei trockener Haut

Gesichtsöle stellen einen neuen Trend im Kosmetikregal dar. Hochwertige natürliche Öle sind in der Lage, die Hautbarriere zu stabilisieren und die Haut zu pflegen. Besonders gut geeignet sind diese Pflegeprodukte für trockene Haut und in den kalten Wintermonaten. Doch selbst bei eher fettiger und zu Unreinheiten neigender Mischhaut kann man sie ausprobieren, denn einige ätherische Öle haben desinfizierende und hautberuhigende Eigenschaften. Wichtig ist es, ein Öl zu wählen, das zum Hauttyp passt. Das Öl sollte sparsam angewendet werden, wenige Tropfen reichen aus.

Multitalent Thermalwasserspray

Auch Thermalwasser-Sprays sollten in keinem Badschrank fehlen. Die Multitalente sind reich an Spurenelementen und Mineralstoffen, die eine beruhigende Wirkung auf die Haut haben. Egal, ob die Haut von der Sonne gestresst oder vom Epilieren und Rasieren gereizt ist – ein Thermalwassernebel kühlt und beruhigt sie wieder.