Kaffee verschönert den Teint

Kaffee gilt eher als Genussmittel, dessen Konsum es zu reduzieren gilt. Doch Kaffee ist viel besser, als sein Ruf. Er liefert wertvolle Antioxidantien, die die Haut vor Altersflecken und Hautkrebs schützen. Espresso und löslicher Kaffee – am besten ohne Milch – sind dabei dem klassischen Filterkaffee überlegen.  
Antioxidantien, also Schutzstoffe, die freie Radikale abfangen, sind für eine gesunde Haut und einen strahlenden Teint enorm wichtig. Was glauben Sie, mit welchem Nahrungsmittel Sie täglich wahrscheinlich am meisten davon aufnehmen? Mit Zitrusfrüchten? Obstsäften? Salat? Man kommt nicht so ohne Weiteres darauf. Wenn Sie sich ernähren, wie ein Durchschnittsbürger, dann ist es wahrscheinlich Kaffee.

Gesundes Genussmittel

Kaffee gilt als Genussmittel und hat dadurch gleich einen zweifelhaften Ruf. Doch die Wissenschaft hat das heiße, braune Getränk schon lange rehabilitiert. Wer täglich bis zu sechs Tassen trinkt, bekommt zum Genuss noch zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Für unsere Haut ist vor allem von Bedeutung, dass er eine hervorragende Antioxidantienquelle ist. Der Schutzstoffgehalt ist dabei genauso hoch wie von grünem Tee, etwas höher als der von Kakao und deutlich höher als der von schwarzem Tee. Doch Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Am besten schneidet Espresso ab, dicht gefolgt von dem eher verpönten löslichen Kaffee. Aber auch Filterkaffee ist noch eine reiche Quelle von Schutzstoffen und steht sogar noch deutlich besser da, als Rotwein. Wird das Koffein entfernt, geht auch eine gewisse Menge der Schutzstoffe verloren, bei koffeinfreiem Espresso macht das ungefähr ein Viertel aus – dennoch sind die Werte immer noch sehenswert.

Kaffee schützt vor Pigmentflecken und Hautkrebs

Demnach schützt Kaffee ähnlich gut vor freien Radikalen wie Gemüse – wenn auch mit weniger Ballaststoffen. Dennoch enthält auch das braune Heißgetränk Ballaststoffe, die vor allem unserem Darm guttun: 100 Milliliter Instant-Kaffee enthält 0,75 Gramm Ballaststoffe, die gleiche Menge Espresso liefert 0,65 Gramm und Filterkaffee bringt es immerhin noch auf ein knappes halbes Gramm. Natürlich reicht das nicht aus, um den Ballaststofftagesbedarf von 25 bis 30 Gramm zu decken, aber wer mehrere Tassen täglich trinkt, leistet auf jeden Fall einen Beitrag.

Dass Kaffee wirkt, zeigt sich natürlich auch an der Haut. Wer sich täglich ein paar Tassen gönnt, entwickelt messbar weniger Pigmentflecken, die uns – das konnte in Studien belegt werden – ja bekanntlich genauso alt aussehen lassen, wie Falten. Und – auch das ist bemerkenswert – man hat festgestellt, dass Kaffeetrinker seltener an weißem Hautkrebs erkranken.

Bessere Effekte durch Milchverzicht

Und jetzt kommen wir zur Gretchenfrage: Wie halten Sie es mit der Milch? Einen kleinen Schuss, Latte macchiato Style oder schwarz wie die Nacht? Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Milch die Bioverfügbarkeit von Polyphenolen einschränkt. Eine brasilianische Studie stellte fest, dass Milch im Kaffee oder der gleichzeitige Genuss von Milchprodukten die Aufnahme von Kaffee-Antioxidantien zwar nicht komplett verhindert, aber reduziert. Rund ein Drittel weniger kommt dann im Körper an. Andere Studien fanden jedoch weder bei Kaffee, noch bei Kakao deutliche Unterschiede. Unsere Empfehlung: Wer Kaffee gerne schwarz trinkt, hat Glück. Er bekommt auf jeden Fall die volle Dosis Schutzstoffe. Wer ihn lieber mit Milch mag, sollte nur einen kleinen Schuss hineingeben. Doch Milch hin, Kaffee her – beim Essen kommt es ja auch auf den Genuss an und selbst aus dem Café au lait nehmen wir noch das eine oder andere Antioxidantienmolekül auf.

Quellen

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