Auf Verjüngungskurs – so bremsen Sie die Hautalterung

Schönheitsoperationen machen nicht attraktiver. Das hat eine aktuelle Studie des Lenox Hill Hospital in New York festgestellt. Sinnvoller ist es deshalb, die Hautalterung rechtzeitig durch Pflege und Lebensstil auszubremsen. Welche Kosmetikinhaltsstoffe Ihre Haut benötigt, hängt vom Alter und vom Hautzustand ab.

Der Alterungsprozess der Haut beginnt schon mit Mitte zwanzig. Die Zellen der Oberhaut teilen sich langsamer, die Haut wird dünner. Im Bindegewebe der Lederhaut verringert sich die Menge der kollagenen Fasern, die das Gewebe straff halten und die der elastischen Fasern, die dafür sorgen, dass die Haut dehnbar bleibt. Die Haut wird trockener, denn die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden, geht zurück. Der Grund: Der Gehalt an natürlichen Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff oder Hyaluronsäure nimmt ab. In der Haut einer 40-jährigen Frau ist der Hyaluronsäuregehalt  nur noch halb so hoch wie in der prallen Babyhaut. Mit bloßem Auge sichtbar werden diese mikroskopischen Veränderungen aber erst zehn Jahre später.

Hautalterung – Faktoren

Wie schnell die Haut altert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Natürlich spielen die Erbanlagen eine Rolle, allerdings sind diese nur zu etwa 20 Prozent schuld an Falten und Linien. Viel mehr Einfluss haben Lebensstil und Hautpflege. So kann eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Fisch und Vollkornprodukten die Haut länger jung erhalten. Eine Untersuchung an der Berliner Charité zeigte, dass Frauen, die einen hohen Spiegel des „Gemüsevitamins“ Karotin im Blut hatten, weniger Falten aufwiesen als Gleichaltrige, die seltener zu Pflanzenkost griffen.

Trio Infernale

Rauchen, zu viel Sonne und Hormonmangel hingegen sind für die Haut das „Trio infernale“: Wer mehr als 50 Schachteln im Jahr raucht, muss im Alter mit fünfmal mehr Falten rechnen als ein gleichaltriger Nichtraucher – so das Fazit einer Studie der Vanderbilt-Universitätsklinik in Nashville, bei der die Gesichtshaut von sonnengebräunten Rauchern mit der von Nichtrauchern verglichen wurde. Das Ergebnis: 40 bis 49 Jahre alte Raucher hatten bereits ebenso starke Augenfältchen wie 60- bis 69-jährige Nichtraucher. Doch der Weg zum Nichtraucher lohnt sich. Ohne Nikotin wird die Haut glatter und das Gesicht sieht nach einem Jahr wieder jünger aus.

Pigmentflecken, die neuen Falten

Ganz unspektakulär erscheint der bedeutendste Anti-Aging-Wirkstoff, den wir in Kosmetika verwenden können: Es handelt sich um den klassischen Sonnenschutz. Sonnenlicht lässt die Hautalterung mit Sieben-Meilen-Stiefeln voranschreiten. Experten schätzen, dass bis zu 80 Prozent aller Falten und Pigmentflecken im Gesicht und an den Händen Folgen der UV-Strahlen sind. Sowohl die kurzwelligen UV-B-Strahlen als auch die langwelligen UV-A-Strahlen spielen eine wichtige Rolle. Vor allem UV-A-Strahlen dringen tief in die Lederhaut ein und zerstören dort das Bindegewebe.

Auch die bisher wenig beachteten Infrarotstrahlen setzen der Haut zu und verstärken die Effekte des UV-Lichtes noch weiter. Doch nicht nur Falten lassen uns älter aussehen als wir sind. Pigmentflecken haben einen ähnlichen Effekt. Eine Studie der Universitätshautklinik Göttingen konnte nachweisen, dass Frauengesichter mehr als zehn Jahre älter geschätzt wurden, wenn der Teint unregelmäßig war und das Gesicht viele Pigmentflecken aufwies. Einer Tagespflege mit einem mittelhohen Schutzfaktor im UV-B-Bereich und einem möglichst breiten Schutz im UV-A-Bereich schützt die Haut im Alltag bestens vor Flecken und Falten.

Hormone aus Pflanzen

Doch allen guten Taten zum Trotz lässt sich der Lauf der Natur nicht ganz aufhalten. Bereits ab Mitte Vierzig sinken die Spiegel des Hormons Östrogen, welches für glatte Haut und volles Haar sorgt. Nach den Wechseljahren entfällt der Hormoneffekt fast völlig. Die Haut wird dünner und empfindlicher. Durch den Hormonmangel beschleunigt sich der Abbau der Kollagenfasern. Ein milder Ersatz für fehlende Östrogene sind Pflanzenhormone. Diese haben – äußerlich angewandt in Kosmetika oder als Nahrungsergänzung eingenommen – ähnliche Wirkungen, wie körpereigene Hormone.

Auch die Talgdrüsen werden durch den Östrogenmangel träger. Die Haut verträgt austrocknende und fettarme Präparate nicht mehr gut. Reichhaltigere Cremes oder auch mal eine fett- und feuchtigkeitsspendende Maske bekommen ihr jetzt besser. Gegen Trockenheit helfen feuchtigkeitsbindende Substanzen wie Glycerin, Harnstoff oder Hyaluronsäure. Sie binden und speichern das mit der Creme zugeführte Wasser in der Haut.

Und wer all diesen Empfehlungen für eine glatte Haut mit einem Lächeln folgt, bekommt optisch sogar noch ein paar Jahre geschenkt. Eine Studie der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin wies nach, dass lächelnde Menschen immer jünger geschätzt werden.

Wirkstoffe gegen Hautalterung

Retinol

zählt zu den in der modernen Kosmetik am längsten eingesetzten und am besten untersuchten Anti-Aging-Substanzen. Die äußerlich sichtbare Verbesserung des Hautbildes zeigt sich auch in der feingeweblichen Untersuchung. Hier wird sichtbar, dass es tatsächlich zu positiven Veränderungen des Hautbindegewebes kommt. Daneben kann Retinol Enzyme blockieren, die Kollagen zerstören.

Vitamin C

ist wichtig für die Kollagenbildung und wirkt als Radikalenfänger. Vitamin C ist in der Lage, Pigmentflecken aufzuhellen.

Vitamin E

ist das bedeutendste fettlösliche Antioxidans in der Haut. Die Wirkung von Vitamin E ist in einer Kombination mit anderen Antioxidantien am besten. Es fördert die Zellneubildung und verbessert die Feuchtigkeitsversorgung der Haut.

Fruchtsäuren

kommen in Obst, Milch und Zuckerrüben vor. Sie stimulieren das Zellwachstum und sollen die Kollagenbildung anregen. Daneben bewirken sie ein sanftes Peeling der Haut, wodurch Pigmentflecken, kleine Falten und Narben abgemildert werden. AHAs können die Aufnahmebereitschaft der Haut für andere Wirkstoffe erhöhen.

Phytohormone

können den Mangel anHormonen nach den Wechseljahren etwas ausgleichen, die Zellerneuerung und die Bildung von Hyaluronsäure ankurbeln. Extrakte aus Soja, Ginseng, Rotklee- und Alfalfasprossen kommen in Kosmetika als Hormonersatz zum Einsatz.

Peptide

, körpereigene Eiweißbausteine, sind in der Kosmetik noch recht neue, aber sehr effektive Anti-Aging-Wirkstoffe. Sie signalisieren den Hautzellen, den Regenerationsprozess in Gang zu setzen und neues Kollagen zu bilden.

Pflanzenextrakte

enthalteneine Vielzahl schützender Inhaltsstoffe. Polyphenole aus Pflanzenextrakten gelten als perfekte Antioxidantien, denn sie fangen aggressive Sauerstoffverbindungen ab. Man findet sie hoch konzentriert in Beeren wie Acai-, Goji- oder Maulbeere, aber auch in grünem Tee, Granatäpfeln oder Olivenblättern. Diese Pflanzensextrakte wirken von innen wie von außen auf die Haut.  Carotinoide wie Astaxanthin aus Algen bremsen die Sonnenalterung und verbessern den Feuchtigkeitsgehalt der Haut.

Quellen

Darvin M., Patzelt A., Gehse S. et al. (2008): Cutaneous concentration of lycopene correlates significantly with the roughness of the skin. European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics 69 (3):943–947. Hautalterung. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18411044

Lademann J., Köcher W., Y u R. et al. (2014): Cutaneous carotenoids. The mirror of lifestyle? Skin Pharmacology and Physiology 27 (4): 201 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24714060

Lademann J., Vergou Th., Darvin M. E. et al. (2016): Influence of Topical, Systemic and Combined Application of Antioxidants on the Barrier Properties of the Human Skin. Skin Pharmacology and Physiology 29 (1): 41–46. Hautalterung. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26800366 Bc